CHIP-Online, Redesign eines Klassikers

Rückblick auf die „Design- und Produktionsphase“ des Redesigns Deutschlands bekanntester redaktionellen Marke für technisch versierte Verbraucher.
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Ziel und meine Rolle

Chip Online (CHIP) ist das umfassendste redaktionelle Technologieportal im deutschsprachigen Internet. Die Website wuchs in den vergangenen Jahren und verlor dadurch sein konsistentes Design sowie seine übersichtliche Nutzerführung. Das Interface wirkte überladen und wurde für seine Besucher zunehmend verwirrend.

Ich arbeitete als User-Experience-Designer für CHIP, als Kamila Stanitzek (Director User-Experience & Design) mich bat, die aktuellen Fehler und Probleme der Website zu analysieren. Die Aufgabe: Ich sollte nicht nur Vorschläge machen, wie die bestehenden Userflows verbessert werden könnten, sondern ich sollte auch als Product-Owner die Umsetzung leiten. Verständlich, dass ich diese Aufgabe nicht ablehnte.

Nachdem wir die Research- und Vorbereitungsphase für das Redesign von CHIP weitestgehend abgeschlossen hatten, holten wir eine externe Designagentur mit an Board. Wir hatten zwar großartige Designer im Unternehmen, jedoch unterlagen wir Voraussetzungen, die es naheliegender machten die Umsetzung des Designs auszulagern.

Design Briefing

Gemeinsam mit dem Visual-Designer Stefan Krovinovic führte ich die Agentur Demodern GmbH durch die Gestaltungsphase. Wir beide hatten einen großen Einfluss auf das endgültige Design. Als Ergebnisse einigten wir uns auf drei Mockup-Screens und einen Style-Guide zur Dokumentation der verwendeten Komponenten.

Aus den Entwürfen erstellte ich einen Prototyp und auf Basis der ersten Nutzer-Testserie wiederholten wir unsere Nutzerstudie. Die deutliche Veränderung der Ergebnisse des Questionnaires am Ende des Tests, zeigten eine bessere Usability und Markenwahrnehmung. Wir wurden bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Layouts von Demodern GmbH
Layouts von Demodern GmbH
Styleguide von Demodern GmbH
Styleguide von Demodern GmbH

Umsetzung

Jetzt begann mein agiles Entwicklungs-Team die Seiten, Komponenten und Styles in Code auszuarbeiten. Als Product-Owner war ich verantwortlich für User-Stories, Stakeholder-Management und die Auflösung der technischen Abhängigkeiten mit anderen Teams.

Unter meiner Leitung entwickelte das Team responsive Varianten der Seiten und testete sie mit Optimizely in AB-Tests.

Als wir anfingen die neu aufgebaute CHIP-API verwendeten, erhielten wir als Team leider einen kleinen Rückschlag. Die Aufwände zur Bereitstellung der Datenbank, mit all seinen redaktionellen Ausnahmen und Sonderfälle als API, erwiesen sich als unabsehbar und schwer kalkulierbar. Ich empfahl eine Fokus-Verschiebung unseres Teams, und stellte das Verfügbar machen der Redesign-Komponenten für andere Teams in den Vordergrund.

Was ich lernte

Der Fokus-Wechsel des Teams wurde zu einem Erfolg für das Redesign. Während mein Team immer noch mit seinen nahezu unüberwindbaren Hürden beschäftigt war und nur langsam seine Ziele erreichte, stellte es - Komponente für Kompenente - den Styleguide für anderen Teams zur Verfügung. Ich dokumentierte und evangelisierte die Guidelines und seine Verwendung intern. Es machte mich mehr als zufrieden, dass andere Teams - die mit weniger technischen Einschränkungen und Abhängigkeiten konfrontiert waren - unsere Ergebnisse verwendeten. 

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